:radierungen drei.
DIE EDITION : RADIERUNGEN DREI . »NIGHT OF THE PAWN«
DUCHAMP UND SEINE ERBEN

Beteiligte Künstler an der Edition sind: Christan Achenbach, Uros Djurovic, Philip Grözinger, Gregor Hildebrandt, Stefan Hirsig, Peter Kröning, Sebastiaan Schlicher, Michael Wutz.

Inhalt sind 8 signierte handabgezogene Radierungen, der oberen genannten Künstler, ein Deckblatt mit einem Begleittext von Jan-Philipp Sexauer und ein Impressum in einer in graues Leinen gebundenen Kassette. Preis auf Anfrage

Erschienen: 
am 11. September 2010
Auflage: 
16
Papierformat: 
70 cm x 53 cm
Arbeiten: 
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DAS SCHACHMASSAKER / DIE AUSSTELLUNG / DIE EDITION

 

Ausstellungseröffnung zum Galerienrundgang in Leipzig am Samstag, den 11.09.2010 ab 11.00 Uhr.

Künstler-Schachturnier Leipzig vs. Berlin, 19.00 Uhr. Der erste Preis ist eine Grafik von Philip Grözinger!

Dauer der Ausstellung 12.09. - 09.10.2010Geöffnet Mi - Fr 13:00 - 18:00  Sa 11:00 - 18:00

Baumwollspinnerei Leipzig, Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig, Halle 12

 

40 Berliner Künstler in Leipzig 

Künstler der Ausstellung: Christan Achenbach, Tjorg Douglas Beer, Beza, Norbert Bisky, Matthias Bitzer, Paolo Bottarelli, Jonas Burgert, Adrian Buschmann, Birgit Dieker, Uros Djurovic, Hannah Dougherty, Zhivago Duncan, Gerrit Engel, Fabian Fobbe, Gama, Andreas Golder, Maike Gräf, Philip Grözinger, Uwe Henneken, Gregor Hildebrandt, Stefanie Hillich, Stefan Hirsig, Michelle Jezierski, Ruprecht von Kaufmann, Henry Kleine, Clemens Krauss, Peter Kröning, Robert Lucander, Jonathan Meese, Sandra Meisel, Björn Melhus, Ulrik Möller, Lea Asja Pagenkemper, Stefan Rink, Moritz Schleime, Sebastiaan Schlicher, Sebastian Schrader, Norbert Schwontkowski, Peter Scior, Alex Tennigkeit, Herbert Volkmann, Henry Woller, Michael Wutz

 



 

NIGHT OF THE PAWN ... NOTP ... die Nacht des Bauern. An einem Februarabend des Jahres 2008 trafen sich auf Einladung des Berliner Rechtsanwalts und Kunstliebhabers Jan-Philipp Sexauer einige Künstler zu einem Schachturnier in den Räumen der Berliner Galerie Wohnmaschine, bespielt damals von dem Leipziger Galeristen Uwe Karsten Günther (LADEN FÜR NICHTS). Der Maler Philip Grözinger zeichnete ein Plakat und das Plakat wurde Programm: ein Schachspieler mit Weinflasche, ein böser Bube, ein Bauer, bereit zur Schlacht. Der Bauer (englisch: pawn) ist die schwächste Figur, nach Meinung einiger aber die Seele des Spiels. Marcel Duchamp veröffentlichte eine Studie über Bauernendspiele.

Anlässlich des Rundgangs auf dem Spinnereigelände in Leipzig eröffnet am 11. September 2010 in Halle 12 eine Gruppenausstellung der NIGHT OF THE PAWN, zusammen gestellt von Jan-Philipp Sexauer, mit einem Schachturnier. Die Ausstellung mit Arbeiten von 40 Berliner Künstlern erklärt sich aus der Geschichte der Veranstaltung.

Die NOTP findet alle 4 Wochen in Berlin statt, auf einem Brauereigelände, gebaut im selben Jahr wie die Baumwollspinnerei. Ein Club, im Hinterzimmer Bier, Rauch, Whisky, dazu Musik ... Miles, Mingus, Monk ... und: das königliche Spiel ... 8 Bretter, 16 Spieler, 8 Runden ... danach feiern. Für jede NOTP gestalten Künstler ein Plakat, wie schon Duchamp 1925 für die französische Meisterschaft.

Schach ist ein Kriegsspiel, den König zu töten das Ziel. Symbolisch wird der gesamte Staat bewegt, die Fußsoldaten (Bauern), die Ritter (Springer), die Bischöfe (Läufer) und die Streitwagen (Türme) ... nicht zuletzt das Königspaar ... das Ganze unter Ausschluss des Zufalls. Weil aber kein Blut fließt, ist Schach kein Krieg, sondern ein Denkspiel. Entgegen einer weit verbreiteten Vermutung dominiert dabei aber nicht nur die Logik, vielmehr bestimmt auch ein ästhetisches Denken das Spiel. Ein visuelles, ein räumliches Denken, manchmal auch die Intuition. Schach ist vor allem auch eine KUNST DES SEHENS.

Im März 2010 gab es auf Einladung von Tjorg Douglas Beer eine NOTP im FORGOTTEN BAR PROJECT in Berlin-Kreuzberg, ein Schachturnier inmitten von Arbeiten zum Thema Schach ... ein altes Kunstthema ... von der „Schachpartie“ des Lucas van Leyden (1508, Gemäldegalerie Berlin), über Marcel Duchamps „Schachspiel“ mit einer Nackten im Pasadena Art Museum (1963) bis hin zu Gregor Hildebrandts Installation „Das Schachspiel“ (2008).

Das Ausstellungskonzept für Leipzig folgt der Arithmetik des Spiels. 8 mal 8 Felder hat das Brett. Die Halle ist durch Säulen in 8 Felder unterteilt, die rechte Seite wiederum in 4 Räume, in jedem Raum treten 2 Künstler mit jeweils 4 Arbeiten „gegeneinander“ an. 32 Arbeiten also, so viele wie Figuren auf dem Brett. In der linken Hallenhälfte findet das Schachturnier statt ... 8 Berliner gegen 8 Leipziger Künstler ... jeder Spieler 8 Minuten pro Spiel ... dazu eine Bilderwand mit ebenfalls 32 Arbeiten ebenso vieler Künstler. Insgesamt 64 Arbeiten also zum Thema Schach. Außerdem erscheint zur Ausstellung die vorliegende Edition mit 8 Radierungen, in einer Auflage von 16.

Für das Turnier entwirft der Medienkünstler Björn Melhus 16 Spielerhemden. Schwarze mit weißer Aufschrift für Berlin ... und weiße mit schwarzer für Leipzig. Der lakonische Aufdruck: „schwach und matt“. Ein bestechendes Wortspiel. Gedruckt für die Spieler; jedoch nicht auf sie gemünzt! Tritt für die Leipziger doch Clemens Meyer an, der Schriftsteller („Als wir träumten“), ein vorzüglicher Spieler, dessen Kindheitstraum es war, Schachweltmeister zu werden. Ebenso wenig treffen die Worte den italienischen Künstler Paolo Bottarelli, ein Meister des Blitzschach, der in den Reihen der Berliner spielt und wie Duchamp sein Geld mit Schach verdient und daher Kunst machen kann, aber nicht muss.

Der Turniertisch mit 8 Brettern bleibt über die 4 Wochen der Ausstellung stehen, so dass die Besucher selbst zu Künstlern werden können. Denn nach einem Diktum Duchamps ist zwar nicht jeder Künstler ein Schachspieler, aber jeder Schachspieler ein Künstler ... bei der NIGHT OF THE PAWN ist das übrigens anders ... hier ist nicht nur jeder Schachspieler ein Künstler, sondern auch jeder Künstler ein Schachspieler!

In Zusammenarbeit mit Vlado Ondrej und Maria Ondrej / Atelier für Radierung erscheint zur Ausstellung, eine in Leinen gebundene Grafikkassette. Die Dritte in Folge. Alle Grafikkassetten beschäftigen sich mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen, die der Technik des Tiefdrucks eine neue Wertigkeit zuweisen.

 

Jan-Philipp Sexauer